Bei einer Rundreise durch Apulien bietet es sich gerade zu an, auch die europäische Kulturhauptstadt 2019 zu besuchen. Bis 1663 noch zu Apulien zugehörig, befindet sich Matera heute fünf Kilometer hinter der apulischen Grenze in Basilikata. Seit 1993 hat Matera Unesco-Welterbe-Status.

Matera mit Sasso Barisano und Sasso Caveoso
Matera mit Blick auf den Sasso Barisano

Stadt der Sassi

In Matera gibt es Besiedelungen seit der Jung-Steinzeit. Matera gilt als eine der ältesten Städte. Bekannt ist Matera vor allem wegen der Höhlenwohnungen an den Hängen der Gravina di Matera, ob ihrer Lage wird Matera auch oft als Schluchtenstadt bezeichnet. Besucher besichtigen die Sassi über unzählige Stiegen, enge Gassen und gewundenen Wegen, wobei viele Straßen heute tatsächlich noch von Einheimischen mit dem Kleinwagen befahren werden und sich auch manchmal eine Ape über flache Stufen kämpft.

Im Sasso Caveoso Grottenkirche Santa Maria de Idris, Campanile vom Dom.
Im Sasso Caveoso Blick auf die Chiesa Rupestre di Santa Maria di Idris rechts und in der Mitte den Campanile vom Dom.

Als Filmkulisse war Matera ein begehrtes Ziel. Wurden hier doch bekannte Filme wie Die Passion Christi von Mel Gibson, oder Wonder Woman gedreht. Auch der Roman Christus kam nur bis Eboli von Carlo Levi wurde in Matera verfilmt. Der Roman von Carlo Levi spielt teilweise in Matera, mehr darüber in Romane, die in Apulien spielen. Es gibt noch weitere Romane und Erzählungen in denen Matera vorkommt.

In den Erzählungen von Carlo Levi wird deutlich, wie arm die Gegend noch in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts war und wie schlecht die hygienischen Bedingungen in den Höhlenwohnungen, die ohne fließendes Wasser und Strom auskamen. Wasser gab es durch das durchlässige Gestein. In diesen winters recht feuchten Unterkünften lebten Mensch und Tier unter einem Dach, Kindersterblichkeit war hoch und durch die hohe Besiedlung auch die Gefahr von Seuchen. 1948 brach in Matera Malaria aus, 1952 wurden die Bewohner und Bewohnerinnen der Sassi zwangsumgesiedelt, in neue Siedlungen am damaligen Stadtrand. Diese Umsiedlung betraf über 15.000 Menschen, über die Hälfte der Stadtbevölkerung. Heutzutage muten diese neugebauten Behausungen, die rund um das Zentrum zu finden sind, idyllisch an. Die Sassi, die jahrzehntelange verfielen wurden in den letzten Jahrzehnten nach und nach zurückerobert und saniert. Einige zu Wohnungen, andere zu Verkaufsräumen, zu Hotels und Frühstückspensionen, es gibt sogar Veranstaltungsräume in den Höhlen, auch Museumshöhlen kann man besuchen und so entdecken, wie die Sassi früher bewohnt wurden.

Die Schlucht Gravina di Matera der Hochebene Murgia, Karstfelsen.

Kulturhauptstadt 2019 in Süditalien

Durch die Wahl zur Kulturhauptstadt 2019, wurde Matera weit über die Grenzen Italiens bekannt. Viele Investitionen in öffentliche Plätze und Straßen mit Begrünungen und neuen Pflasterungen, bereiten die Stadt für interessierte Besucher vor. Besondere Veranstaltungen im Laufe des Jahres 2019 machen die Reise unvergessen.

Abends in Matera
Abendstimmung in Matera

Zentrum von Matera

Neben der Höhlenstadt, gibt es auch die Geschäftsviertel mit Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert. Zwischen der Via Domenico Ridola bei der Kirche Chiesa del Purgatorio und der Via del Corso kann man das Zentrum der Altstadt ausmachen. Was im ersten Moment vielleicht als sehr touristisch empfunden wird, entdeckt der Besucher bei näherem Hinsehen allerdings gepflegte Straßen und sorgfältig renovierte Gebäude. Viele Cafès und Restaurants mit ihren Gastgärten säumen diesen Bereich, und machen Appetit auf apulische Spezialitäten, oder aber auch auf klassische Touristen-Gerichte wie Pizza und Spaghetti mit Miesmuscheln. Die Altstadt oberhalb der Sassi, lädt zum Flanieren ein, und ist ein Fixpunkt bei jedem Besuch von Matera.

Sassi Matera Leben mit Wäscheleine
In den Sassi wird gelebt, Wäsche aufgehängt und Balkone geschmückt.

Beeindruckende Palazzi, Kirchen und Museen in Matera

1663 wurde Matera zur Hauptstadt der Basilikata. Es folgte ein Aufschwung der einige barocke Kirchen und Palazzi mit sich brachte. Kirchen gab es in Matera zum dem Zeitpunkt bereits etliche, auf der gegenüberliegenden Felswand der Schlucht, die Matera bildet, finden sich viele Höhlenkirchen aus byzantinischer Zeit. Eine romanische Kirche ist Santa Maria della Palomba an der SS 7, zumindest ist die Fassade romanisch innen finden sich Malereien aus dem 16. Jhdt und Fresken aus dem 14 Jhdt. Als größte Grottenkirche und auch an der SS 7 gelegen gilt die Kirche Santa Maria della Valle. Die romanisch-gotische Fassade stammt aus 1280. Die beliebtesten Stellen um Fotos auf die Sassi zu machen sind im südlicheren Teil die Piazzetta Pascoli und nördlich die Piazza Vittorio Veneto und vor dem Dom auf der Piazza di Duomi und aus der Mitte heraus von der Chiesa Rupestre di Santa Maria di Idris auf beide Sassi. Die auf der Piazza Vittorio Veneto flankierenden Kirchen und Klöster stammen aus dem 17. Jhdt: Convento dell’Annunziata und Chiesetta di Materdomini, oder wurden wie die außen romanische Chiesa di San Domenico im 17. Jahrhundert innen neu dekoriert. Das frühere Kloster Palazzo dell’Annunziata beherbergt Bliothek, Kino und auch ein Kaffee mit Ausblick. In der Mitte des Platzes ist der Eingang zur Höhlenkirche Chiesa die Santo Spirito, mit schönem Ausblick auf das Sasso Barisano unter der Piazza liegt eine der größten Wasserzisternen Europas aus dem 19. Jahrhundert – Palombaro Lungo.

Die Sassi selbst weisen auch etliche Kirchen auf und am Besten schnappt man sich einen Kunst-Reiseführer Apulien, damit einem kein Schatz entgeht oder begnügt sich mit den Beschriftungen an den Kirchen und Sehenswürdigkeiten. Um Matera zu erkunden, heißt es jetzt Treppen steigen, Fassaden bewundern und immer wieder der Ausblick auf die eine Schluchtseite mit Höhlenwohnungen, die andere mit Felsenkirche und der steile beeindruckende Abgrund dazwischen.

Den Dom, die Catedrale Madonna della Bruna, erreicht man über die Via Duomo, wobei der Campanile mit über 52m immer wieder gut zu erkennen ist.

Matera Dom Campanile
Blick auf den Dom und den Campanile

Oberhalb des Zentrums auf einem Berg und daher nicht zu übersehen ist das Castello Tramontano. Es wurde im 16. Jhdts. außerhalb der Stadtmauern gebaut, zur besseren Kontrolle über die Stadt, 1514 wurde Gian Carlo Tramontano, der Graf von Matera nach Besuch des Doms getötet. Der Bau des Schlosses bliebt unvollendet.

Es sind gerade die viele Museen und Veranstaltungen, die das Herz der Kultur-Liebhaber höher schlagen lassen. Erwähnt seien hier das Museo archeologico nazionale Domenico Ridola mit Ausstellungen über die Geschichte Süditaliens, MUSMA – Museo della Scultura Contemporanea mit moderner Kunst im Palazzo Pomarici im Sasso Caveoso, ein interessanter Mix an moderner Kunst in alten Mauern und das Museo Nazionale d’Arte Medievale e Moderna im Palazzo Lanfranchi, das sich auf sakrale- und zeitgenössische Kunst spezialisiert hat. Das Festival Duni im Oktober steht ganz im Zeichen des Komponisten Egidio Romualdo Duni.

Jetzt Matera entdecken: Il pane di Matera IGP und die Dolci

Versäumen Sie auf keinen Fall das Brot aus Matera. Nach traditionellen Rezepten hergestellt, wird ausschließlich Hartweizengrieß aus der Region verarbeitet. Ähnlich wie kleine Kastenbrote geformt, werden die Laibe mit kleinen Teiggipfeln die an die Murgia erinnern sollen, im Holzofen gebacken. Die hellgelbe Farbe und der typische Geschmack, macht diese Brotspezialität zu etwas ganz Besonderem. Als Süßigkeit sind die Cartellate zu empfehlen. Das traditionelle Gebäck aus Apulien und Basilikata wird aus Mehl, Wein und Öl geknetet, in lange Streifen geschnitten, zwölf Stunden getrocknet und in heißem Olivenöl frittiert. Anschließend werden die Cartellate noch für ein paar Minuten in heißem Wein eingelegt, und mit Zimtzucker bestreut oder mit Karamellzucker übergossen. Interessant ist, dass dieses Gebäck viele regionale Namen hat. In Alberobello heißt es als Beispiel Carteddéte, in Polignano a Mare Cartelléte und im Gargano Scartilléte. Als klassisches Weihnachtsgebäck ist es vierlerorts das ganze Jahr erhältlich.

Anfahrt und Parken in Matera

Fährt man von der SS7 Appia erhält man einen traumhaften Blick auf die Altstadt. Eine Abzweigung zu „chiesi rupestri“ – den Felsenkirchen, führt auf die Anhöhe, den Belvedere die Murgia Timone, genau gegenüber Matera. Die SS 7 ist eine Schnellstraße, die über weite Strecken der antiken Via Appia, einer Römerstraße von Rom nach Brindisi folgt. Matera eignet sich hervorragend für einen Tagesausflug. Parken ist auf öffentlichen Straßen durchaus möglich. Wenn alles besetzt ist, kann man im Parkhaus an der Via Pasquale Vena 8 einen Parkplatz in Altstadtnähe in Matera finden. Parken ist hier günstig, allerdings sind die Stellplätze recht eng.

Übernachten in Matera

Wenn Sie über Nacht bleiben, können Sie sich auf viele professionelle Übernachtungsmöglichkeiten freuen. Es gibt tolle Unterkünfte mitten in den Sassi: vom Luxushotel zur gemütlichen Ferienpension, aber auch moderne Designhotels und stilistisch hochwertig eingerichtete Ferienwohnungen erwarten Sie im Angebot der Übernachtungsmöglichkeiten in Matera. Abends ist ein Spaziergang durch die Fußgängerzone ein netter Ausklang für einen Besuch dieser tollen Stadt.

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