Für viele Apulier beginnt Weihnachten am 22. November, dem Tag der Heiligen Cäcilia. Vor allem in der Gegend rund um Taranto ist dieses Fest ein besonders wichtiger Teil der Weihnachtsfeierlichkeiten. In Taranto selbst beginnen die Feiern zur Heiligen Cäcilia in den frühen Morgenstunden, bzw. eigentlich mitten in der Nacht, gegen 3 Uhr. Es ist ein Tag mit Tamburin und anderen Instrumenten. Abends gibt es eine Prozession mit Santa Cecilia.

Weihnachtsbeleuchtung in Oria

Typische apulische Weihnachtsbäckerei

Typisch für den tarantinischen Start in die Weihnachtszeit sind Pettole. Herausgebackene also frittierte Brotstücke, walnußgroß. Pettole können auch mit pikanten Zusätzen sein, z.b. Oliven, Tomaten oder Sardellen. Die Teigbällchen haben leicht veränderte Namen je nach Region, wie z.B. Pittule. Bei einigen gibt es die Brotkugeln die ganze Weihnachtszeit, anderswo nur am 25. oder anderen speziellen Weihnachtsfesttagen oder auch am Vorabend von großen Feiern.

Der Legende nach wurden Pettole durch einen Zufall entdeckt. Aufgrund der vielen Vorbereitungen für das Fest der Heiligen Cäcilie blieb Brotteig über und wurde nicht verbacken. Damit der Teig nicht verdirbt, hat man ihn kurzerhand frittiert. Die Geburtsstunde der Pettole!

Eine süße apulische Weihnachtsbäckerei ist Cartellate, dolci natalizi

Cartellate sind knusprig aus dünnem Teig – meist mit der Nudelmaschine ausgerollt, manchmal sind außer Teig noch Nüsse dabei und meist in Sirup getränkt. Der Teig ist mit Olivenöl und Weißwein und wird frittiert, typisch ist der „Vincotto“, ein Weinmost als Überguss. Hier finden Sie das Rezept für Cartellate.

Cartellate in Vincotto

Am 8. Dezember wird der Weihnachtsbaum aufgestellt und generell in den Häusern weihnachtlich dekoriert. Der Tag selbst ist ein Feiertag. Meist gibt es in apulischen Haushalten einen Plastikbaum, da die Tanne in Apulien nun wirklich nicht heimisch ist. Während in Mittel- und Nordeuropa die Nadelbäume immergrün sind, gibt es in Apulien anderer immergrüne Botschafter: wie den Olivenbaum oder den Feigenkaktus.

An vielen Orten sieht man Krippen, stimmungsvolle Lichterarrangements und Lichterketten über den Straßen und da und dort gibt es auch Dekoratives, geschmückte Weihnachtsbäume kommen nach und nach.

Krippe beim Leuchtturm in Santa Maria di Leuca

Geschenke gibt es meist am Morgen des 25. Der Weihnachtsmann, Babbo Natale, bringt sie.

Die italienische Bescherung kommt aber durch die Befana – eine gute Hexe, aber meist ästhetisch sehr eigenwillig.

Silvester in Apulien

Am 31. Dezember gibt es Feuerwerk in der Stadt, man trink Prosecco. Typisch italienisch sind viele Menschen auf der Straße, eine schöne, ausgelassene Stimmung herrscht. Wer rote Unterwäsche trägt, wird das neue Jahr Glück haben, sagt ein weit verbreiteter Aberglaube.

Weihnachtsmarkt in Maglie

Befana kommt in der Nacht vom 5. zum 6. Januar, sie bringt den braven Kindern Süßigkeiten in einem Socken (hier haben wir eine Anleitung zum Nähen eines einfachen Befana Strumpfes). War das Kind nicht brav, gibt es Kohle. Schwarz gefärbter, gehärteter Zuckerschaum. Es gibt die gesamte Weihnachtszeit Märkte in denen man überdimensionierte Socken und Geschenke kaufen kann, aber es gibt auch Süßigkeitenfirmen, die Socken und Hexen verkaufen und Kinderserien, die Riesensocken mit Spiel und Süßigkeiten für die Kinder haben.

Befana-Süßigkeiten im Supermarkt, links Befana-Socken.

Parallelen zum spanischen Weihnachtsfest drängen sich da auf.

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Wie wünscht man sich Frohe Weihnachten auf italienisch:

Buon Natale!

Die Adventszeit, Weihnachtsfest und das Neue Jahr kann man in Apulien ganz wunderbar Feiern!
Auch wenn es für viele nicht mehr warm genug ist um im Meer Baden zu gehen, gibt es im Dezember und Januar auch immer wieder warme Tage und man kommt gut mit leichter Jacke aus. Ab und an kommt es zu Schneefall in Apulien, dies ist bisher eher selten, wenn dann im Januar, 2018 gab es einen sehr unüblichen Frost im März, der große Schäden in der Landwirtschaft angerichtet hat.

Der Advent ist eine tolle Reisezeit, in Ruhe kann man Alberobello erkunden oder auch das Castel del Monte. Über Weihnachten verreisen auch viele Italiener, was sich teils dahingehen auswirkt, dass es sehr großzügigen Öffnungszeiten gibt. Auch in den Weihnachtsferien kann man die beliebten Sehenswürdigkeiten in Apulien ohne große Menschenmassen gut besuchen.