Im äußeren Bereich des Gargano, nicht weit von Foggia und Manfredonia, befindet sich auf 558m am Berghang das kleine Städtchen San Giovanni Rotondo.

Vor über 100 Jahren war San Giovanni Rotondo nur als Zwischenstation einer Pilgerreise bekannt, weil man von dort nach Mont Sant’Angelo kam. In Monte Sant’Angelo befindet sich die Höhle, in der, der Legend nach, Erzengel Michael erschienen ist. Die Michaelsgrotte gilt seit dem 6. Jhdt. als Pilgerstätte.

San Giovanni Rotondo zählte 1901 knapp 10.000 Einwohner, 2011 lebten über 27.000 Menschen in der Stadt in Nordapulien.

Padre Pio – charismatischer Kapuzinermönch

Padre Pio, im deutschsprachigen auch Pater Pio bezeichnet, hat San Giovanni Rotondo zu einer wichtigen Pilgerstätte Italiens gemacht, in der jährlich um die 7 Millionen Pilger kommen.

Pio von Pietrelcina war Kapuziner und Ordenspriester. Geboren als Francesco Forgione am 25. Mai 1887 in Pietrelcina in Kampanien, gestorben am 23. September in San Giovanni Rotondo, Provinz Foggia in Apulien. 1999 wurde er selig gesprochen und 2002 heilig gesprochen, jeweils von Papst Johannes Paul II.

Phänomen Pater Pio – Heiler, Hellseher

1903 trat er in den Kapuzinerorden ein, ab 1916 war er im Konvent von San Giovanni Rotondo. Ab 1910 hatte er Hautrötungen an den Händen, 1918 waren Stigmata an Händen, Füßen und Brust zu sehen. Kritiker und Zweifler gab es von Beginn an, vor allem auch in der katholischen Kirche. Gleichzeitig gab es aber auch viele die den Kapuziner und Ordenspriester verehrten. Ab 1940 begann er Spenden für ein Krankenhaus zu sammeln, das 1956 in San Giovanni Rotondo gebaut wurde, als modernstes Hospital Süditaliens. Benannt wurde das Krankenhaus: Casa Sollievo della Sofferenza. Heim zur Erleichterung des Leidens. Das Gebäude ist ein Riesen-Komplex, der mehr an alpine Kuranstalten erinnert. Am Eingang ein großes Gemälde des Padre.

Heiliger Pio von Pietrelcina

Die Verbindung von Papst Johannes Paul II und Padre Pio mag zwar mit der Heiligensprechung einen Abschluss gefunden haben, der Anfang, war bereits Ende der 40er Jahre. Karol Wojtyła hat 1947 im Frühjahr San Govanni Rotondo besucht. Der 27-jährige Karol studierte in dieser Zeit in Rom am Angelicum. Es wird überliefert, dass Pio dem jungen Theologen vorausgesagt hat, dass er Papst werde und dass er Blut und Gewalt erleiden müsse. Johannes Paul II. bestritt mehrmals, dass es diese Prophezeiung gab.

Pilgerstätte Basilika San Pio di Pietrelcina von Stararchitekt Renzo Piano

Schon bei der Anreise erblickt man das grüne Dach, eine langgezogene Kuppel. Die Basilika wurde von 1991 bis 2004 erbaut nach Plänen von Architekt Renzo Piano (Vorderseite des Centre Pompidou in Paris, Wissenschaftsmuseum Nemo in Amsterdam und The Shard in London). Die Kirche San Pio da Pietrelcina hat einen muschelförmigen Grundriss, der sich über drei Ebenen zieht. Die Leiche Padre Pios wurde 2008 exhumiert und ist seit 2010 als Reliquie mit Silikonmaske im Glassarg dauerhaft in der Kirche ausgestellt.

Moderne Architektur und Kunst im am meisten besuchten Sakralbau Süditaliens

In der Wahlfahrtskirche gibt es Platz für knapp 7.000 Menschen, weitere 30.000 Menschen können sich am Vorplatz versammeln. Der Grundriss des Sakralbaues ist muschelförmig, innen spannen sich Bögen aus Steinquadern großteils bis zum Altar, wo sie zusammenlaufen bzw. ihren Ausgang finden. Der größte Bogen ist fast 50 Meter breit und mehr als 15 Meter hoch. Die Steinbögen wurden mit einem lokalen Kalkstein gebaut.

Robert Rauschenberg hatte den ursprünglichen Auftrag eine Szene aus der Apokalypse zu fertigen, dieser wurde ihm später entzogen. Die momentane Darstellung der Apokalypse, die wie ein Glasfenster wirkt, erfolgte auf speziellen Textilien der Weltraumtechnologie und besteht aus beweglichen Elementen. Auf 500 motorisierten und synchronisierten Vorhängen wurde das Kunstwerk reproduziert. So kann dieser Bereich des liturgischen Saales auf den Platz hinaus geöffnet und geschlossen werden oder die Anordnung für verschiedene Lichtsituationen geändert werden.

Der Altar ist das Werk von Arnaldo Pomodoro. das Originalkreuz wurde 2010 durch ein traditionelles ausgetauscht, da an ersterem die Jesusfigur nicht befestigt werden konnte.

Die Skulpturen, die das Innere schmücken, wurden von Giuliano Vangi gemacht.

Die bronzene Eingangstür, die in den zwei Türen den guten Hirten und Abraham darstellt, war das Werk von Mimmo Paladino.

Auch Roy Lichtenstein, wurde beauftragt ein Gemälde zu gestalten. Das letzte Abendmahl, aber der Künstler starb 1997, bevor er das Werk vollenden konnte.

Seitlich von der Wahlfahrtskirche gibt es eine goldene Kapelle „La cappella dell’eucarestia“. Die eucharistische Kapelle ist neben dem liturgischen Saal (der Hauptkirche). Moderne Glaskunst an Tür und Hinterseite, goldene Gemälde an der Seite und Front, ein Tabernakel von Floriano Bodini, geformt aus einem einzigen Felsbrocken aus 40 Zentner Lavastein vom Ätna. Die Fresken in der Kapelle stammen von der Augustiner-Nonne Elisa Galardi, aus der Schule von Pater Marko Ivan Rupnik.

Stufen führen hinunter zu einem spiralförmigen Gang, der in die unterste Ebene führt, entlang von Mosaiken von Marko Ivan Rupnik mit vielen Goldelementen, die den Lebensweg von Padre Pio in Bildern zeichnen. So gelangt man in die Unterkirche mit Krypta und Glassarg, Räume für Pilger- und Gebetsgruppen, 31 Beichtstühle und Vortragsräume. Die große Zahl der Beichtstühle ist daher bedingt, dass Padre Pio Zeit seines Schaffens ein sehr beliebter Beichtvater war.

Padre Pio wird als Heiliger in ganz Italien verehrt. Aber v.a. in Süditalien finden sich kleine Statuen, Büsten, Skulpturen an öffentlichen Plätzen, aber genauso neben Toreinfahrten in Häusern, in Restaurants und Hotels. Genauso beliebt sind Amulette, Anhänger für Halsketten und Armbänder.

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Unterkünfte nahe der Wahlfahrtskirche Padre Pio: Hotels, Ferienwohnungen, Frühstückspensionen

8.4

Hotel La Perla Del Gargano: Das Hotel empfängt Sie in einer schönen Naturlandschaft mit Panoramablick auf das umliegende Grün. Nur einen kurzen Spaziergang vom Hotel entfernt finden Sie das Heiligtum, das die Heimat von Padre Pio von Pietrelcina war... [mehr lesen]

8.5

B&B Alle Querce: Das B&B Alle Querce in San Giovanni Rotondo bietet Ihnen Gartenblick, einen Garten und eine Gemeinschaftslounge. WLAN nutzen Sie kostenfrei... [mehr lesen]

9.5

B&B Leggieri Villa Siria: Das B&B Leggieri Villa Siria begrüßt Sie in San Giovanni Rotondo, nicht weit vom Schrein Padre Pio entfernt. WLAN nutzen Sie kostenfrei... [mehr lesen]

9.2

La Solaria: Nur 5 Gehminuten vom Kloster von Padre Pio entfernt begrüßt Sie in San Giovanni Rotondo das Hotel La Solaria. Hier erwarten Sie kostenfreie Parkplätze, die sich auch für Busse eignen, sowie geschmackvoll und raffiniert eingerichtete Zimmer... [mehr lesen]

9.4

Hotel Centro Di Spiritualità Padre Pio: Nur 5 Gehminuten von der Wallfahrtskirche San Pio da Pietrelcina entfernt begrüßt Sie dieses 4-Sterne-Hotel mit einem Restaurant und mit einem spirituellen Zentrum mit 2 Kapellen und einem Konferenzraum... [mehr lesen]

9.4

Hotel Vittoria: Das im Jahr 2010 eröffnete Hotel Vittoria befindet sich im Zentrum von San Giovanni Rotondo, weniger als 5 Gehminuten von der Wallfahrtsstätte des Padre Pio entfernt... [mehr lesen]

8.7

Villa Ruberto: Die Villa Ruberto ist eine familiengeführte Unterkunft und begrüßt Sie nur 200 m von der zum Schrein von Padre Pio führenden Fußgängerzone entfernt... [mehr lesen]

8.4

Hotel Gran Paradiso: Das Hotel Gran Paradiso erwartet Sie in einer ruhigen, autofreien Straße, die zur 350 m entfernten Basilika San Pio Basilika führt. Freuen Sie sich auf kostenfreie Parkmöglichkeiten, einen Außenpool und Aussicht auf San Giovanni Rotondo... [mehr lesen]

8.4

Albergo Villa Bianca: Die familiengeführte Albergo Villa Bianca begrüßt Sie nur 250 m von der Wallfahrtskirche Padre Pio entfernt und bietet ein Restaurant, kostenlose Parkplätze sowie kostenfreies WLAN an der Rezeption... [mehr lesen]

Padre Pio war Zeit seines Lebens umstritten, und auch in Krichenkreisen kritisiert, es gab Anschuldigungen zu Spendenskandalen und sexueller Freizügigkeit. Er galt als Unterstützer der Faschisten und in späten Jahren Traditionalist im Bewerten von der Züchtigkeit von Rocklängen. Ebenso gab es zeitlebens und v.a. nach seinem Tod Kritik an Personenkult und Überkommerzialisierungen. In offiziellen Kirchenschriften werden Stigmata nicht erwähnt. Die Heiligsprechung erfolgt aufgrund einer durch Padre Pio erwirkten Spontantgenesung.