Der Salento oder auch Salent genannt ist die Halbinsel, also der südlichste Teil Apuliens. Es ist der Absatz des Stiefels, wenn man Italien als Stiefel betrachten möchte und der östlichste Teil Italiens.

Der Salento ist 100km lang und gerade mal 40km breit, im Osten die Adria, im Westen das ionische Meer. Er gehört nicht nur aufgrund der vielen Strände zu den beliebtesten Reisezielen in Apulien. Der Salento ist ein Kulturraum und kein Verwaltungsbezirk, im Salento befindet sich die gesamte Provinz Lecce sowie Teile der Provinzen Brindisi und Taranto (Tarent). Die Stadt Fasano bildet idie nördlichste Stadt im Salento.

Punta Ristola ist der südlichste Punkt von Apulien und damit das Ende von Apulien. Die Punta Ristola liegt in Santa Maria di Leuca.

Der östlichste Punkt von Italien befindet sich im Salento, es ist Punta Palascìa oder Capo d’Otranto. Man kann dort auch den Leuchtturm bei Punta

Der Salento hat keine Berge, es sind eher Hügel, man nennt die Erhebung Serre salentine oder Murge Salento

Höchtste Erhebung ist die Serra dei Cianci 201 m und gehört zu Alessano.

Der salentinische Dialekt wird oft mit dem sizilianischen verglichen. Eine beliebte Beschreibung des Salento auf salentinisch ist: lu sule, lu mare, lu ientu.
Lu sule = il sole
lu mare = il mare
lu ientu = il viento

Es gibt eine griechische Sprachinsel im Salento. Man nimmt an, dass sie im Mittelalter entstand. Griechen siedelten sich v.a. zwischen Gallipoli, Nardò und Otranto an. Vor 500 Jahren wurden zur griechischen Sprachgemeinschaft 24 Gemeinden gezählt, seither ist die Zahl kontinuierliche geschrumpft. Die Graecia salentina in der heute noch Griko gesprochen wird umfasst folgende Orte: Calimera, Martano, Castrignano, Corigliano d’Otranto, Melpignano, Soleto, Sternatia, Zollino und Martignano.

Die größten Städte im Salento, nach Bewohnerinnen und Bewohnern sortiert, sind:
Lecce 94.972
Brindisi 88.302
Fasano 39 566
Francavilla Fontana 35 935
Grottaglie 31 485
Nardò 31 276
Manduria 30.885

Der Flughafen des Salento liegt in Brindisi.
Der Flughafen in Brindisi ist kleiner als der Hauptflughafen in Apulien, jener in Bari.

Strände im Salento

Apulien verfügt über 800 km Küstenlinie, der größte Teil davon ist im Salento. Der Salento hat raue Felsküste, kleine Buchten und tolle langgezogene Sandstrände, bei denen es flach ins Meer geht. Romantische Strände, Familienstrände, sie haben hier die Qual der Wahl. Dabei werden sie herrlich türkises Meer und hellen Sand finden. So werden einige Strandabschnitte mit ganz besonderen Attributen versehen wie die Karibik von Apulien oder die Malediven Europas. Wer also Beachfeeling von karibischen Stränden in Europa sucht, wird in Apulien fündig werden.
Eine Übersicht der tollsten apulischen Strände gibt es hier:

Santa Maria al Bagno: mitten im Ort eine entzückende Bucht mit Sandstrand

Daneben seien noch zwei ganz besondere Schwimmöglichkeiten erwähnt. Die Grotta della Poesia bei Torre dell’Orso und Marina Serra, beides piscina naturale: also ein Pool im Meer. Ersteres von oben ein Loch im Boden, bei man besonders pittoresk von oben ins natürlich ausgespülte Becken springen kann, und auch zu Fuß zum Wasser gelangt, Zweiteres ein warmes, feines Planschbecken, in dem man ganzjährig schwimmende Einheimische treffen kann.

Marina Serra: über gemauerte Stufen kommt man zu dem natürlichen Schwimmbecken, das mit Meerwasser gefüllt ist.

Naturschutzgebiete im Salento

Es gibt einige Naturparks und Naturschutzgebiete im Salento, wie beispielsweise:
Le Cesine – nahe Lecce, gleich neben Acaya an der Adria gelegen. Riserva Naturale Le Cesine ist eines der letzten Sumpfgebiete, die sich in der Vergangenheit von Otranto bis Brindisi erstreckten. Jetzt liegt das 28 Hektar große Gebiet zwischen San Cataldo und Torre Specchia.

Daneben noch: Monte Sant’Elia, Torre Guaceto, Lago Salso, Bosco Romanazzi und Goia del Colle.
Die Riserva Naturale Salina dei Monaci liegt westlich von Torre Colimena. Im südlichen Bereich zwischen Laguna und Düne gibt es einen Spazierweg. Ursprünglich wurde hier von Mönchen Salz abgebaut, eine Kirchenruine und die Ruine des Salzlagers zeugen noch davon. Die Saline wird mittlerweile von vielen Vögeln besucht, über den Winter findet man hier Flamingos.

Im Süden der Salina dei Monaci gibt es einen Spazierweg: Geduld und Fernglas mitnehmen, um die Vögel zu beobachten

Das Essen im Salento

Viele der typischen Gerichte aus dem Salento werden als „cucina povera“ bezeichnet – im Deutschen Arme-Leute-Küche genannt. Was ist die „cucina povera“ im Salento: wenige, einfach Zutaten, köstlich im Geschmack. Dass im Salento das ganze angebaut werden kann und es immer frisches Gemüse direkt vom Acker gibt, macht diese Küche sehr abwechslungsreich. Neben der gemüselastigen Küche gibt es auch eine reiche Tradition an Meeresfrüchten. Miesmuscheln gratiniert, frischer Fisch oder Seeigel.

Auch das Angebot an Zwischenmahlzeiten und Snacks ist reichhaltig. In jeder Bar im Salento zu erhalten sind folgende salentinischen Spezialitäten:
Pasticciotto
Rustico leccese
Caffè leccese

Weine aus dem Salento

Wenn man die kulinarische Seite des Salento erwähnt, darf eines nicht fehlen: Wein.
So stammt der bekannteste apulische Wein aus dem Salento: der Primitivo. Die Wiege des Primitivo ist im Hochsalento, in Manduria. Lange Zeit war die Weinproduktion in Apulien auf Quantität ausgelegt, junge Winzerinnen und Weinconaisseure wissen autochthone Sorten und heißes Klima gut zu nutzen und so kann man immer mehr hervorragende Weine genießen.

Der Salento ist vor allem für seine Rotweine bekannt. Salentinische Rotweine werden gerne als trocken, kräftig, geradlinig beschrieben. Der Primitivo beschränkt sich natürlich nicht nur auf den Salento, als Zinfandel hat er in den USA Karriere gemacht.
Neben dem Primitivo gibt es den Negroamaro, Aleatico, Susumaniello, Ottavianello und auch Malvasia, Sangiovese, Montepulciano. DOC-Weine gibt es einige neben dem Primitivo di Manduria, Salice Salentino, und etliche mit Ortsnamen wie den Brindisi rosso, Galatina, Leverano rosato oder auch Lizzano bianco.
In Kirsten Wulfs drittem Krimi „Vino mortale“ kann man viel über die Weinkunst im Salento erfahren.

Historisches und Archäologie im Salento

Es gibt vielerlei historische Funde aus den unterschiedlichsten Epochen, ob nun in Höhlen und oberirdisch. Es sind einige Dolmen und Menhire im Salento zu finden.

So auch südlich von Fasano: die Dolmen di Montalbano auch Tavola dei Paladini genannt. Die Entstehung schätzt man auf die frühe Bronzezeit, 2000-1500 v.Chr.

Das Ipogeo di Torre Pinta nahe Otranto datiert höchstwahrscheinlich auf die Jungsteinzeit zurück. Schwer zu sagen, wann das Hypogäum genau entstand, weil es über die Jahrhunderte immer wieder adaptiert wurde, vorwiegend für Gräber. Bekannt ist es wegen seiner außergewöhnlichen Form, die auch das Cover des Salento-Comics „Die heiligen Partikel“ ziert.

Nicht besichtigen kann man die Grotta dei Cervi bei Porto Badisco – hier gibt es in weit ausgedehnten Höhlenanlagen Felsmalereien ebenso aus der Jungsteinzeit.

Ab der Antike bewohnten die Messapier Apulien – Rest dieser Zeit sind sowohl in Ortsnamen vorhanden, als auch in Ausgrabungen, die meisten davon in Manduria. Ab 280 v. Chr. eroberten die Römer auch das Gebiet des Salento. Die kriegerische Zeit war damit nicht vorbei, die exponierte Lage und die vielen Zutrittsmöglichkeiten über die Küste bedingten viele Angriffe und Eroberungen. Neben Bodenschätzen und Ernte, war auch der Handel mit Sklaven ein einträgliches Geschäft. Sarazenen, Normannen, die Staufer, dann wieder Anjou; Apulien war für viele Jahrhunderte unter den verschiedensten Herrscherhäusern Europas. Neben den vielen Burgen in den Städten sind auch die Türme an der Küste dieser turbulenten Zeit. Sie entstanden in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts.

Torre Squilace an der Küste

Architektur, Besonderheiten und Rekorde im Salento

Die salentinische Architektur ist in einigen Bereichen der griechischen nicht unähnlich: weiß gekalkte Häuser und Flachdächer. Stadtzentren und v.a. auch Kirchen strahlen im Lecceser Barock mit reichliche Ornamenten, auch bemalten Fassaden und viel hellem Sandstrand, die pietra leccese, wie die Kirche im Titelbild: Chiesa Santa Chiara im Stadtzentrum von Lecce.

Ein besonderes architektonisches Highlight ist eine städtebaulicher Versuch einer Planstadt.

Es gibt eine ideale Stadt in Apulien: „Acaya“. Sie wurde vor allem von Gian Giacomo dell’Acaya (1500 – 1570) aus dem ursprünglichen Dorf Segine zwischen Lecce und Adria angelegt. Es war eine befestigte Stadt, die durch das Stadttor betreten wurde, einem Schloss mit Wehrtürmen und Wassergraben, sieben Straßen, die in Nord-Südrichtung verliefen. Jeder dieser Straßen war 17m lang und 4 Meter breit, es gab drei Verbindungen in Ost-Westrichtung. Die Befestigungsgürtel rund um die Stadt war aus pietra leccese. Sehr lange dauerte der Ruhm der idealen Stadt nicht, sie verfiel ab 1570, wurde 1714 überfallen. Erst in letzten Jahren wird sie wieder nach und nach vorsichtig restauriert. Das Stadttor und Schloss steht noch, auch der Grundriss der ursprünglichen Straßenzüge kann noch entdeckt werden, auch Grundfesten und ein östlicher Wehrturm.

Der Lecceser Barock oder salentinische Barock entstand im 17. und 18. Jahrhundert und wie der Name sagt in Lecce, Während Barock vielerorts aus ovalen Elementen bestand (konkaven und konvexen Formen), hatten die Kirchen in Lecce den Grundriss des lateinischen Kreuzes, was typisch für die byzanthinische Form war. Die Opulenz des Barocks zeigt sich in Lecce in der Ornamentik der Fassaden, manche sprechen hier von Zuckerguss-Dekor.

Es gibt auch außerhalb von Lecce und sogar außerhalb des Salentos Beispiele für den Barocco leccese: so erstrahlt die Kathedrale von Gallipoli im salentinischen Barock oder die Chiesa del Carmine in Melpignano.

Das apulische Aquädukt

Mitte des 18. Jahrhunderts geplant wurde es Anfang der Jahrhundertwende umgesetzt. Die Sele-Quelle aus Kampanien wird nach Bari geleitet, das Ende befindet sich in Santa Maria die Leuca. Der Überlauf des Aquädukts ergießt sich als „scalinata monumentale“, als beeindruckender Wasserfall.

Wasserleitung in Santa Maria di Leuca
Cascata Monumentale Di Leuca – der Wasserfall von Leuca ist der Endpunkt des apulischen Aquäduktes

Die bunten Villen des Salento

Was in Tricase Porto sofort ins Auge fällt ist die rot-gelbe Villa dell’Abate – daneben ist ein bezaubernder Strand.

Villa dell’Abate in Tricase Porto

In der vorletzten Jahrhundertwende, als in den meisten Teilen Europas der Jugendstil zelebriert wurde, erkannte die noble Schicht des Salentos, wie angenehm es ist den Sommer am Meer zu verbringen. Herrliche Villen entstanden im ganzen Salento, viele sind heute noch zu sehen, etliche davon in Leuca. Typisch für diese Bauphase ist, dass arabische Elemente eingebaut wurden und die Gebäude sehr farbenfroh sind, teils auch wunderbar bunt wie die Villa Stichi in Santa Cesarea Terme.

Luminarie

Was in Apulien bei keinem Fest fehlt und auch in Süditalien immer mehr zu sehen ist: bunte Lichter auf Holzkonstrukten, An Fassaden hochgebaut oder wie ein Lichtertunnel über Straßen – das sind die Luminarie. Luminarie haben im Salento ihren Ursprung. Die Geburtsstadt der bunten Lichtobjekte ist Scorrano, im Landesinneren zwischen Otranto und Gallipoli. Im Juli gibt es in Scorrano ein großes Fest, mit eindrucksvollen Luminarie-Konstruktionen, unglaublich hoch gebaut: Lichtschauspiel im wechsel zur Musik.

Die Provinz Lecce ist Italiens größter Lieferant von Strom aus Photovoltaik, 2018 konnten bereits 40% des Stromverbrauchs der Provinz mit Photovoltaik gespeist werden.

Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten im Salento

Im Salento kann man viel sehen und tolle Städte, Orte und Ausflugsziele erkunden.
Über diese sehenswerten Städte und Ort im Salento haben wir bereits berichtet:

Castro
Gallipoli
Manduria
Oria
Santa Cesarea Terme
Specchia

Es gibt noch jede Menge tolle Städte, über die es noch keine detaillierten Artikel gibt:
Lecce
Brindisi
Otranto
Nardò
Maglie
und die Keramikstadt Grottaglie

Und Ausflugsziele wie:
Ciolo Fjord
aber auch Cava die Bauxite südlich von Otranto

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Einen generellen Überblick über den ganzen Salento und verfügbare Hotels und Bungalows gibt es auf der dieser Karte:



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