800 km Küste, 300 Sonnentage, 4 Millionen Einwohner, Hauptstadt der Region ist Bari und der östlichste Punkt Italiens ist in Apulien.

Was man vor der ersten Apulienreise sonst noch wissen sollte, die 10 wichtigsten Dinge, haben wir hier für Sie aufgelistet:

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Trulli – diese typischen weiß-gekalkten oft runden Häuser mit rundem kegelförmigen Dach, häufig Zipfelmützendächer genannt, sind ganz typisch. Sie fehlen als Bild nie auf einem Katalog für Apulienrundreisen. Tatsächlich sind sie nicht in allen Regionen Apuliens typisch. Die Trulli Hochburg ist das Itria-Tal, Valle d’Itria, das in der Mitte von Apulien liegt, allen voran die Trulli-Hauptstadt Alberobello. Trulli findet man auch rund um das Itria-Tal, so auch vereinzelt in der Metropolitanstadt Bari, der Provinz zu der Bari gehört. Trulli ist die Mehrzahl, ein einzelnes Haus ist der Trullo. „Trullis“ ist die falsche Bezeichnung für die Kegelhäuser.

Es gibt auch abseits des Itria-Tals kleine runde Häuser, die auf Feldern stehen. Diese heißen Pagghiaru und haben im jeweiligen lokalen Dialekt die verschiedensten Bezeichnungen von Pajaru bis Truddu.

Die meisten Trulli findet man in Alberobello, ganze 1.500 sind es im Stadtgebiet, Alberobello gehört zu den Top-Reisezielen in Apulien – die anderen der beliebtesten Reiseziele in Apulien findet man im Artikel: Apulien Rundreise Tipps.

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Die bekanntesten Gegenden in Apulien: wie der Salento, im Deutschen auch als Salent bezeichnet, Gargano oder Valle d’Itria, das Itria-Tal sind keine eigenständigen Regionen bzw. Provinzen, ähnlich wie das Salzkammergut oder das Rheintal. Apulien hat sechs Provinzen, allesamt nach den Hauptstädten benannt: Provinz Foggia, Provinz Barletta-Andria-Trani, Metropolitanstadt Bari, Provinz Taranto, im Deutschen auch Tarent bezeichnet, Provinz Brindisi und Provinze Lecce. Die Reihung erfolgt vom Norden in den Süden. Einzig der Gargano liegt in der Provinz Foggia, das Itria-Tal liegt Metropolitanstadt Bari sowie den Provinzen Brindisi und Taranto, der Salento erstreckt sich über die Provinzen Brindisi,Taranto und Lecce.

Typisch für den Salento: Wehrtürme entlang der Küste wie die Torre Lapillo.

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Die Pizzica auch Taranta genannt bezeichnet in erster Linie den Tanz aber auch die Musik dazu. Die Volksmusik, die mittlerweile bei keinem Dorffest fehlt, hat seinen Ursprung in ländlichen Ritualen. Der Tanz mit Musikbegleitung wurde ursprünglich aufgeführt, nach einem Tarantelbiss und Vergiftungserscheinung, dem Tarantismo. Taranteln waren dort, wo es feucht war – z.B. unter einem Haufen geernteter Tabakpflanzen. Die Gebissene tanzte sich das Gift aus dem Leibe, solche Tänze dauerten über mehrere Tage. Der Grund für eine Pizzica war teils nur vorgeblich ein Tarantelbiss, zumal die apulische Tarantel kaum giftig ist. Mehr dazu gibt es in einigen Romanen, die in Apulien spielen.

Die Musik und Volkstanz, der sich aus dieser ursprünglichen Tradition entwickelt hat, wird aktiv gelebt und weiterentwickelt – einer der Höhepunkt ist alljährlich das Festival la Notte della Taranta in Melpignano – hier werden auch immer internationale etablierte Musiker und Musikerinnen aus den verschiedensten Sparten eingeladen um Tradition und Moderne zu verweben, 2020 war Gianna Nannini unter den Kunstschaffenden.
Wie tanzt man die Pizzica: Arme nach oben, gehüpfte Schritte, Frau und Mann berühren sich beim Tanz nicht. Es gibt Videos der Pizzica tanzenden Madonna, die schon oft in Apulien Urlaub gemacht hat, aber auch von der Influencerin Chiara Ferragni, The Blonde Salade, und vom Gatten Rapper Fedez.

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Es gibt einen Provinzheiligen – Padre Pio. Leben, Werk und Pilgerstädte beinhalten jede Menge Superlative. Die Pilgerstädte ist im Gargano in San Giovanni Rotondo, Statuen, Bilder und kleine Bildnisse von Padre Pio entdeckt man überall, ob an den Spiegel des Friseurladens gesteckt oder als Stickbild im Restaurant, Padre Pio ist allgegenwärtig. Viele Wunder wurden ihm nachgesagt, 2002 wurde er heiliggesprochen. Zu Lebzeiten hat er ein durch Spenden finanziertes Krankenhaus bauen lassen. Das damals größte und modernste Krankenhaus in Süditalien, Verstorben ist er 1968 mit 81 Jahren.

Als die neue Pilgerstädte 2004 eröffnet wurde, war sie die zweitgrößte Kirche Italiens, geplant vom Stararchitekten Renzo Piano. Der Santuario di San Pio da Pietrelcina ist die einzige Kirche von Renzo Piano. Es wurde vorwiegend mit Materialien aus der Gegend gearbeitet, ob nun die gigantischen Pilaster aus Naturstein im Innenraum der Kirche, oder Lavastein vom Etna und vielerlei moderne sakrale Kunst ist zu entdecken. Mittlerweile kommen nach San Giovanni Rotondo mehr Pilger als nach Assisi. Nach Angabe des Klosters ist San Giovanni Rotondo die beliebteste Pilgerstädte Europas mit bis zu 7 Millionen-Besuchern.

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Der Pumo ist der apulische Glücksbringer, der alles Böse und Pech von einem fern hält. Um die Bewohner und Bewohnerinnen eines Hauses ideal schützen zu können, ist er an Balkonen und Torpfosten angebracht. Der Pumo ist aus Keramik gefärbt und üblicherweise einfärbig, es gibt aber auch bunte Pumi – mehr über dieses besondere Souvenir aus Apulien, findet sich hier: Pumo.

Pumi in Grottaglie
Grottaglie: das ist die Keramikstadt von Apulien – auf den Balkonen sind viele Pumi zu finden.

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In Apulien wird italienisch gesprochen, es gibt vielerlei lokale Dialekte und es gibt eine Sprachinsel in der Griko gesprochen wird, sie ist in der Provinz Lecce. Die Sprache hat griechische bzw. altgriechische und byzantinische Elemente. Über ihren Ursprung gibt es verschiedene Theorien. Noch gibt 9 Städte in der Graecia Salentina in der Griko gesprochen wird: Calimera, Martano, Castrignano, Corigliano d’Otranto, Melpignano, Soleto, Sternatia, Zollino und Martignano.
In Punkt drei ist der Name der Stadt Melpignano schon gefallen – und tatsächlich gibt es viele Lieder der Pizzica, die auf Griko sind.
Ihren caffè können sie weiterhin beruhigt auf italienisch bestellen, aber vielleicht haben sie Glück und hören gerade ältere Menschen auf der Straße, die ein paar Worte auf Griko austauschen.

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Vor allem die Rotweine aus Apulien sind bekannt – allen voran der Primitivo, und ganz speziell jener aus Manduria – die Primitivo-Rebe ist übrigens auch der Ursprung für den Zinfandel und wurde vor vielen Jahrzehnten von Apulien ins ferne Kalifornien in die neue Heimat mitgenommen. Neben dem Primitivo gibt es noch viele weitere köstliche Rotweine in Apulien: Negroamaro, Salice Salentino, Aleatico, Susmaniella, Nero di Troia. Auch Weißweine sind in Apulien zu finden, vor allem im Valle D’Itria werden sie angebaut. Und natürlich ist der Rosato nicht zu vergessen. Apulien ist was die Menge angeht Spitzenreiter bei der Weinproduktion, es gibt hier sogar mehr Wein jedes Jahr als in ganz Deutschland. Nicht nur beim Wein ist Apulien in der Produktion ganz vorne auch beim Olivenöl und Anbau von Getreide.

Weinreben und Trulli im Hintergrund: Weinanbau in Apulien gibt es kleinteilig und auf großen Flächen.

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Orecchiette – das ist die typische Pasta aus Apulien. Manche beschreiben sie als Becherchen, Hütchen oder Muschelform, aber eigentlich heißt es kleine Öhrchen. Es gibt sogar eine strada delle orecchiette in Bari – auf Holztischen werden die Nudeln angefertigt und in großen Holzrahmen mit Siebboden zum Trocknen ausgelegt. Beeindruckend beim Nudelmachen zuzuschauen.

Zuschauen beim Pasta machen und einen Plausch halten.

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Der älteste Karneval in Italien wird in Putignano gefeiert. Seit 1394 gwird gefeiert. Er wird auch sehr intensiv gefeiert, startet am 26.12. Bei Le Propaggini macht man sich im hiesigen Dialekt und in gereimter Form über Politik und Weltgeschehen lustig, nicht unähnlich der Büttenrede. Der Karneval hat auch seine eigene Figur, eine Art Maskottchen, die Farinella. Eine butne Mischung aus Harlekin und joiker, mit großen Karos an Strümpfen und Oberteilen, blauem Kragen und hut mit zwei Spitzen. Die Karnevalsfigur ist nach der Hauptnahrung der früheren Bauern bezeichnet. die Farinella ist eine gesalzene Mischung aus Gersten- und Kichererbsenmehl, die früher am Feld in der Pause in Pulverform gegessen wurde, später weiterverarbeitet wurde.

Ab dem 17. Januar folgen die „Giovedì“ del Carnevale, traditionell ist jeder Donnerstag anderen Personengruppen gewidmet.

Es gibt zudem vier Karneval-Paraden mit imposanten Pappmaché-Wägen – cartapesta hießt die Technik auf italienisch und man findet sie auch bei Heiligenfiguren. Die Umzüge starten drei Sonntage vor Aschermittwoch. Die größte Feier ist dann am Faschingsdienstag. Es wird auch ein Sieger unter den Pappamachè-Wägen gekürt. Am Faschingsdienstag, eine Stunde vor Mitternacht ertönen 365 Schläge einer Kirchturmglocke um an das vergangene Jahr zu erinnern und das Ende des Karnevals einzuläuten. Es wird im Winter in Apulien mancherorts gefeiert.

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Apulien hat Inseln – nicht allzuviele. Die größten sind die Tremiti-Inseln ganz im Norden. Das Auto lässt man schön am Festland und man gönnt sich entweder einen Flug mit dem Hubschrauber oder eine Reise mit Schiff. Der Liedermacher Lucio Dalla hat die Tremiti Inseln geliebt, hatte dort ein Haus und sein Andenken wird in manchen Gegenden noch aktiv aufrecht erhalten. Tatsächlich findet man auch im restlichen Apulien Inseln, nur ein wenig schwerer zu entdecken: die Altstadt von Gallipoli und auch ein Teil der Altstadt von Taranto sind tatsächlich auf Inseln gebaut und von Meer umgeben. Man kann auf beide bequem über nicht allzu lange Brücken gelangen.

Diese 10 Fakten über Apulien sind Ihnen alle bereits bekannt, dann wissen sie schon einiges über Apulien und sollten Ihr Apulien-Wissen testen im aktuellen Apulien-Quiz.

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Die beliebtesten Sehenswürdigkeiten von Apulien, die auf keiner Rundreise fehlen,
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Anregungen zur Planung Ihrer Apulienreise finden Sie unter: Anreise & Reiseberichte Apulien.

Viel Spaß beim Entdecken von Apulien!